Grüne Kreuze

Wir vom Klostergut Grauhof schliessen uns der Aktion von Bauer Willi (www.bauerwilli.com) an. Wir haben bei uns ein paar grüne Kreuze auf den Feldern aufgestellt. Wir möchten diese Mahnkreuze als stillen Protest verstanden wissen um auf die allgemeine Lage in der Landwirtschaft aufmerksam zu machen.

Kreuzung Immenröder Straße

Neben der Trockenheit der letzten 2 Jahre und den relativ niedrigen Preisen für landwirtschaftliche Produkte auf dem Weltmarkt müssen wir zusätzlich mit immer neuen Problemen kämpfen.
Es werden uns immer mehr Pflanzenschutzmittel weggenommen, die wir aber mit Bedacht und Umsicht einsetzen, um gesunde Lebensmittel zu vernünftigen Preisen zu produzieren. Viele werden jetzt sagen: „Eigentlich will ich aber keine Pflanzenschutzmittel“ Demgegenüber muss jedoch entgegnet werden: Wenn ich krank bin, gehe ich auch zum Arzt und nehme Medikamente. Ich persönlich esse lieber das Mehl oder das Öl von gesunden Pflanzen, als von kranken Pflanzen. Und mit der Hacke will heutzutage auch keiner mehr über den Acker laufen. Vieles geht auch schon mechanisch verschlingt dann aber auch wieder mehr Energie in Form von Diesel. Dann werden die Landwirte auf einmal zum Klimaproblem.

Neuland – Grauhöfer Feldmark

Die Düngeverordnung schränkt uns enorm ein und bedeutet, dass wir kaum noch vernünftiges Brotgetreide produzieren können. Auch die bürokratischen Auflagen sind enorm hoch.

Gewisse Beizen, die vom Markt genommen werden und mit denen das Saatgut vor der Aussaat behandelt wird, bewirken, dass wir den Rapsanbau nur noch dadurch aufrechterhalten, indem Insektizide bereits kurz nach dem Auflaufen gespritzt werden, da sonst der Erdfloh kaum in Schach zu halten ist und ähnliches passiert nun bei den Zuckerrüben. Mein Nachbar als Biolandwirt, versucht sich dieses Jahr an Bio-Raps und rechnet jetzt bereits so, dass hoffentlich 1/3 der Fläche durchkommt, dann wäre dabei noch eine Rechnung darin Raps anzubauen, aber ich weiss nicht, ob das die Zukunft für uns im Ackerbau bedeuten kann. Ähnliche Schwierigkeiten mit Verunkrautung bestehen beim Anbau von Bio-Rüben.

Auch die Biobetriebe haben mittlerweile mit dem Preisverfall Ihrer Produkte zu kämpfen, da die Politik wirtschaftliche Anreize schafft, dass die Betriebe auf Bio umstellen, allerdings ist für diese Mehrproduktion kein Markt vorhanden, da die Mehrheit der Bevölkerung nicht bereit ist, viel mehr für die Ernährung auszugeben. Darüber hinaus sind ja in den vergangenen Jahrzenten im Lebensmittelbereich auch Qualitätsstandards erarbeitet worden, die gute und qualitativ hochwertige Nahrungsmittel für den Verbraucher garantieren können.

Allerdings sollten wir woanders ansetzen als immer nur bei den Landwirten. Wie kann es angehen, dass am Ende ein hoher prozentualer Anteil dieser guten Lebensmittel im Müll landet?! Wenn der Verbraucher sich anpasst, dann kann vieles davon vermieden werden. Sollte der Verbraucher bereit sein, mehr für die Lebensmittel zu bezahlen, dann können wir auch sicherlich regional gute und gesunde Lebensmittel so produzieren, wie es der Verbraucher möchte. Wir stehen gerne im Dialog mit Ihnen, so wie bereits bei der sehr erfolgreichen Tour de Flur in diesem Jahr. Wir hoffen, dass in Politik und Gesellschaft bald ein Umdenken stattfinden wird, denn wir alle sind auf unsere Landwirtschaft angewiesen.

Konrad Görg, Philip Illers und das gesamte Team vom Klostergut Grauhof